Kultur

Am 28. Oktober 1989 – nur wenige Wochen vor dem Fall der Mauer – geschieht in der DDR etwas, das rückblickend fast symbolisch für den politischen Umbruch jener Zeit steht: Nach 23 Jahren des Verbots wird der DEFA-Film „Spur der Steine“ von Regisseur Frank Beyer wieder zur öffentlichen Aufführung freigegeben.
Der Film, der 1966 nach dem gleichnamigen Roman von Erik Neutsch entstand, erzählt von einer rebellischen Zimmermannstruppe um Brigadier Hannes Balla, gespielt von Manfred Krug. Auf einer Großbaustelle irgendwo in der DDR prallen unterschiedliche Vorstellungen von sozialistischem Arbeiten, von Verantwortung und Menschlichkeit aufeinander – mit Witz, Widerstand und Wärme.
Doch was heute als authentisches Zeitdokument gilt, war damals Sprengstoff. Nach nur drei Tagen in den Kinos griff das Zentralkomitee der SED ein. Das „Neue Deutschland“ kritisierte das Werk scharf wegen seines „verzerrten Bildes der sozialistischen Wirklichkeit“. Kurz darauf wurde der Film aus den Kinos gezogen – offiziell wegen „partei- und staatsfeindlicher Tendenzen“.
Erst im Herbst 1989, in einer Phase, in der die DDR-Führung ihre Kontrolle über Kunst, Öffentlichkeit und Gesellschaft zunehmend verlor, wurde „Spur der Steine“ rehabilitiert. Die erneute Zulassung des Films steht sinnbildlich für das Aufbrechen der erstarrten Verhältnisse – ein Moment kultureller Befreiung, der die politische Veränderung vorwegnahm.
Heute, 36 Jahre später, lohnt sich der Blick zurück. „Spur der Steine“ ist mehr als nur Filmgeschichte – er ist ein Stück deutscher Demokratiegeschichte, das uns zeigt, wie Kunst und Freiheit zusammengehören.
Im Rahmen unserer Reihe „KinoGold im Kino Toni“ möchten wir an diese besondere Episode erinnern und laden herzlich zur Vorführung von „Spur der Steine“ am 21. November 2025 ein.


Am 16. Oktober 2025 wäre Günter Grass 98 Jahre alt geworden.
Der Schriftsteller, Nobelpreisträger, Maler und Bildhauer, der in Lübeck seine letzten Jahre verbrachte und 2015 dort verstarb, hat die deutsche Nachkriegsliteratur entscheidend geprägt. Sein Werk, allen voran Die Blechtrommel, steht für kritisches Denken, Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit Geschichte – Werte, die für die Demokratie und das gesellschaftliche Miteinander unverzichtbar sind.
Grass’ künstlerisches Schaffen ging weit über die Literatur hinaus: Als Maler, Bildhauer und Tänzer hinterließ er ein vielfältiges Erbe, das im Günter Grass-Haus in Lübeck lebendig gehalten wird. Seine Kunst ist Ausdruck von Freiheit, Verantwortung und der tiefen Verbundenheit mit seiner Heimatstadt.
Sein Werk inspiriert noch heute Menschen in Lübeck, Berlin und darüber hinaus, sich für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft einzusetzen. Zu seinem 98. Geburtstag erinnern Ausstellungen, Lesungen und Veranstaltungen daran, dass Günter Grass nicht nur ein herausragender Künstler, sondern auch ein Mahner und Wegbereiter für gesellschaftliches Engagement war. Sein literarisches und künstlerisches Erbe bleibt lebendig, aktuell und inspiriert auch heute noch zu kritischem Denken und politischem Engagement.
SPD-Antrag setzt sich für eine bessere Teilhabe für Menschen mit Behinderungen ein
Die Fraktion der SPD hat mit einem Antrag ein Zeichen für mehr Teilnahmemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen am Pankower Kulturleben in der 11. Bezirksverordnetenversammlung von Pankow eingereicht.
Das Bezirksamt wird hiermit ersucht kulturelle Angebote zu schaffen die für alle Interessierten wahrgenommen werden können. So soll eine bessere Teilhabe ermöglicht werden. Die Vielfalt des Nutzerkreises soll sich in den Angeboten widerspiegeln.
Die Antrag wird mit mehrheitlichem Beschluss in die Ausschüsse Weiterbildung, Kultur und Städtepartnerschaften, sowie in Gleichstellung und Gender Mainstreaming, Bürgerbeteiligung, Verwaltungsmodernisierung und Soziales, Senior*innen, Arbeit und Wirtschaft überwiesen.
Drucksache VIII-0348 Kultur inklusiv machen - Inklusionsplan für Pankow
Die Antragsinitiative der SPD für die Sicherung der Willner-Brauerei Berlin (WBB) als Standort für die Künstler*innen, Kunsthandwerk und Gastronomie wurde in der Tagung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow am 13.09.2017 mit den Stimmen der Zählgemeinschaft aus SPD, Linkspartei und Bündnis90/die Grünen beschlossen.
Die WBB hat sich zu einem beliebten Kunst- und Kulturstandort entwickelt. Dabei hat sich ein breites Angebot aus künstlerischen Aktivitäten, klassischen und kreativen Handwerk sowie Gastronomen, Ateliers und der Club-Szene etabliert. Kleine Firmen und Unternehmen runden die Vielfalt des Standortes ab. Nun gibt es einen neuen Eigentümer und die Zukunft des Standorts steht in Frage.
Um die Zukunft der WBB als Kunst- und Kulturstandort zu sichern, stellte die Fraktion der SPD zusammen mit den Zählgemeinschaftspartnerinnen einen Antrag, der das Bezirksamt auffordert, Gespräche und Verhandlungen mit dem Ziel zu führen, möglichst viele der bei den Pankowerinnen und Pankower beliebten Angebote zu erhalten und behutsam mit den BestandsmieterInnen und dem neuen Eigentümer weiter zu entwickeln. Eine bauliche Verdichtung soll nicht erfolgen. Dagegen spricht auch der Denkmalschutz.
Hierzu sagt Roland Schröder, Fraktionsvorsitzender der Fraktion der SPD: „Der Standort hat sich in den letzten fünf Jahren positiv entwickelt und ist der zentrale Anlaufpunkt für Kunst-, Kultur- und Gastronomie in Pankow Süd. Die bunte Mischung der kleinen Betriebe und die kulturellen Angebote sind zusammengewachsen und haben einen besonderen Ort der Identifikation herausgebildet, dessen Entwicklung gefördert und nicht gestoppt werden soll. Einzelhandel und einige wenige Wohnungen werden an diesem Ort nicht benötigt. Deshalb soll das Bezirksamt den neuen Eigentümer in Gesprächen und Verhandlungen für die Erhaltung des gewachsenen Standortes und eine nur sehr behutsame Weiterentwicklung sensibilisieren.“
Der Ausschuss Weiterbildung, Kultur und Städtepartnerschaften wird sich, in einer der nächsten Sitzungen, mit der Situation der WBB befassen.
In Clara West's Bürgerbüro in der Naugarder Straße 43 fand am Freitag den 24. März eine Vernissage zum Thema „Mensch und Zukunft“ statt. Den Rahmen der Veranstaltung gestaltete die Violonistin Mia Bodet mit klassischen Werken. Zahlreiche Nachbarn, Freunde, Bekannte, Verehrer und Verehrerinnen des Künstlers, der Künstler selbst und auch Genossen unserer Abteilung nahmen an der Vernissage teil. Diese wissenschaftlich-künstlerische Wanderausstellung mit Objekten von Hans-Volker Pürschel ist noch bis zum 19.Mai, jeweils zu den üblichen Öffnungszeiten, im Bürgerbüro von Clara zu bewundern.
Rentenberatung
07.04.2026, 10:00 Uhr - 14:00 Uhr
Bürgerbüro
Rentenberatung durch Versicherungsältesten
08.04.2026, 10:00 Uhr - 14:00 Uhr
Kiezbüro Dennis Buchner, Langhansstraße 19, 13086 Berlin
AG60plus: Vorstandsitzung
09.04.2026, 10:00 Uhr - 12:00 Uhr
Kreisgeschäftsstelle der SPD Pankow, Berliner Straße 30, 13189 Berlin